Rezensionen unserer Heimat-Scouts

#4 Deutschland, Deutschland

"Deutschland, Deutschland!" Was gehört eigentlich dazu, zu unserem Deutschland? Heimat, Geburts- und Zufluchtsort vieler Millionen Menschen und auch Patriotismus spielt sicherlich eine Rolle, wenn man sich unsere Geschichte ansieht. Aber dieses eine Mal lassen wir Deutschland in einem anderen Licht erscheinen.  

Den Auftakt unseres vierten Heimatabends bot Jonathan Schommer mit der Hymne "Hamburg, meine Perle", darauf folgte eine Gruppe von Schülern des Friedrich Ebert Gymnasiums unter der Leitung von Theresa von Halle. Ich wage zu behaupten, dass wohl der ein oder andere Besucher einen Anflug an Patriotismus im Raum verspürte, als sie in ihren adretten Anzügen und Kleidern die Nationalhymne anstimmten. Zunächst einmal war das Bild doch sehr befremdlich, trotz des Themas. Im Nachhinein kann ich mit einer an Sicherheit grenzenden Überzeugung sagen, dass es vermutlich gewollt war, denn kaum warfen die Schüler zwischen Zeilen wie "Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!" Begriffe wie "Mutterland" und "Frauenquote" ein oder stellten die deutsche Nationalhymne in Frage, war auch der letzte hellwach und ganz Ohr, wie der Auftritt wohl enden würde. Es war dann doch leider viel zu schnell vorbei. 

Anschließend tauchten wir in eine Welt der Gegensätze: Schubert, Heine und ein madagassischer Geschichtenerzähler zogen uns in ihren Bann, kreuzten unter der Regie von Ron Zimmering ihre Geschichten, so dass unter dem Blickwinkel von heute und damals ein Panorama von Deutschland entstand. Die Franz Schubert-Interpretation fesselte von Anfang bis Ende, ewig hätte man dem Gesang Christian Langes und der Pianistin Friederike Sieber, die den Theaterraum bis in die hintersten Ecken mit Klang füllten, lauschen können. Ebenso beeindruckte Jakob Immervoll als Heinrich Heine. Die Darstellung des jungen Protagonisten gelang ihm ausgezeichnet. Der Dritte im Bunde, der madagssische Kabary-Redner Hasina Samoelinanja, eröffnete uns eine Sicht auf Deutschland, die viele unserer Selbstverständlichkeiten hinterfragte und den Zuschauer auf sich selbst zurück warf. Die Inszenierung entließ mich fasziniert und mit angehaltenem Atem. 

So bleibt auch dieser Heimatabend nachhaltig im Gedächtnis und lässt uns umso mehr auf das kommende Wochenende hinfiebern: Wir freuen uns auf den nächsten Heimatabend zum Thema "Familienbanden" am 28. Januar! 

Meing Deanc (Heimat-Scout)

#3 Vernetzte welt

Es war wieder soweit! Ein Abend, der die Bühne im Jungen Schauspielhaus zum Wackeln brachte.

Den Auftakt boten uns an diesem Abend die DeluxeKidz unter der Regie von Elsa-Sophie Jach - Eine Gruppe vor Energie schäumender Jugendlicher aus dem DeluxeKidz e.V., gegründet von Samy Deluxe. 50 Minuten lang tanzten, sangen und rappten sie und vermittelten uns ein eindeutiges Statement zum Thema soziale Medien und deren Einfluss auf die junge Generation.

Unser Stargast an diesem Abend war Marie Nasemann. Ihr kennt sie bestimmt noch von der Castingshow "Germanys next Topmodel". Dieses Mal wandten wir uns im Gespräch der Modeindustrie zu, ihrem Blog "fairknallt" und den interessanten Publikumsfragen. Ob bei GNTM auch alles echt war und inwieweit die Modebranche in fairen Handel verstrickt ist... oder auch nicht. 

Im Anschluss und zum Abschluss gab es vegetarische Burger, eine Mannequin-Challenge und eine kleine Exklusiv-Vorstellung von Lucas, einem der DeluxeKidz. 

Und so klang der dritte Abend unserer Heimatreihe bei leckerem Essen und interessanten Gesprächen aus.

Falls ihr es dieses Mal nicht geschafft habt - eure nächste Chance kommt am 17.Dezember. In gut einer Woche könnt Ihr den nächsten Heimatabend zu dem kontroversen Thema 'Deutschland, Deutschland' erleben!

Meing Deanc (Heimat-Scout)

#2 All to nah

"Lasst uns heimaten!“  Diesem Aufruf folgten vergangenen Samstag zahlreiche Theaterinteressierte ins Junge Schauspielhaus. Thema des zweiten Abends unserer Reihe, die insgesamt zehn Monate laufen wird, war Altona; Heimat der kulturellen Vielfalt, stets gegen Ausgrenzung und Fremdenhass. Herman Book und Nikolai Gemel waren die Hauptakteure unserer Zeitreise in ein vergangenes Altona. Sie stellten uns eindrucksvoll das Altona im Wandel der Zeit dar. Entgegen der Erwartung mancher Zuschauer, eine chronologische Anreihung von Ereignissen zu sehen, gab es immer mal wieder Zeitsprünge mit authentischen Persönlichkeiten, die Altona zu dem machten, was es heute ist. Im Anschluss an die gut halbstündige Zeitreise durch unseren Stadtteil, wandten wir uns in einem Interview Yusuf Uzundag (Bezirksabgeordener von Altona) zu, der uns bildhaft seine Perspektive auf Altona verdeutlichte. Er sprach darüber, warum Gentrifizierung nicht zu unterstützen ist, warum die Schützenstraße nicht in Tasköprü Straße umbenannt wurde, aber auch über Fremdenfeindlichkeit, seine politische Motivation und die persönliche Erfahrung mit Diskriminierung. Die Zuschauer sind grundsätzlich eingeladen am Theaterstück teilzuhaben und so hatten sie auch dieses Mal die Möglichkeit Zuschauerfragen zu stellen, die Yusuf Uzundag geduldig und ausführlich auf der Bühne beantwortete. Darauffolgend gab Frank Möller, besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Knarf Rellöm“, ein Lied zu Ehren Altonas zum Besten, gespickt mit den Lieblingsstraßen der Zuschauer. So schloß er den Theaterabend gelungen ab. Damit war der Erfolg für die nächsten Heimat-Abende quttiert. Auf acht weitere Folgen, an denen wir den Heimat-Begriff neu definieren, freuen wir uns.

Meing Deanc (Heimat-Scout)